Die frühen Jahre | Those Early Years – Britische und deutsche Kunst nach 1945

Carina Plath (Hrsg.). Ausst'publikation. Sprengel Museum Hannover 2014. Beiträge von: Arie Hartog & John-Paul Stonard. 21,4 x 27,5 cm. Gewicht: 744 g. 128 Seiten mit 100 farb. Abb. Abb'verz. Halbleinen. Text: Deutsch, Englisch. Snoeck. ISBN 9783864421013. art-14400
statt 29,80€ 5,00
Die Kunst der unmittelbaren Nachkriegszeit wird oft nur in einem kulturhistorischen Kontext betrachtet, in dem die positiv bewertete Aufbruchs­zeit der 1960er Jahre ihr „die Schau gestohlen“ hat, überblendete sie doch mit ihren Avantgarden die künstlerischen Errungenschaften der Konsolidierungszeit.

Jetzt, mit mehr als sechzig Jahren Abstand, sollte jedoch ein frischer Blick auf die skulpturalen und bildnerischen Eigenschaften der Kunst der 1950er Jahre möglich sein. Sie streitet noch für die Autonomie der Kunst als idealistischen Moment in der Formen­sprache, und in ihrer Entwicklung zeichnet sich ein bis dahin neuer, intensiv diskutierter ethischer ­Anspruch ab. Für die Suche nach neuen Formen stehen einerseits ­Begriffe wie Ursprünglichkeit und Einfachheit, andererseits kommt es zu einer Konzentration und ­Fokussierung. Organische Formen, glatte Materialien wie Holz und Bronze führen zu einem klaren Abschluss nach außen und verleihen so der Figur eine neue Identität.

Insbesondere im Verhältnis von Figur und Raum zeigt sich, dass die menschliche Figur neu zu verorten war, und so etwas wie ein Existenzraum entsteht. In der Auseinandersetzung von Abstraktion und ­Figuration kommt es zu einem dritten Weg, der beide Strömungen verbinden will, in der Figur gewissermaßen den letzten Garanten einer humanen Weltsicht sieht. Die Bildhauerei, ein Schwerpunkt der Schau, wird für die Völkerverständigung vereinnahmt und repräsentiert das allgemein Menschliche in seiner spezifischen Form.