Sigmar Polke – Alchemie und Arabeske

Helmut Friedel (Hrsg.). Ausst'publikation. Museum Frieder Burda, Baden-Baden. Schirmer/Mosel 2017. Beiträge von Barbara Vinken. Deutsch. 200 Seiten, 260 Abb. (davon 260 farbig). 23 x 27,8 cm. 1,2 kg. Fester Einband mit Schutzumschlag. 9783829608015. art-18002
statt 46,00€ 19,95
Meteoritenstaub, Pigmente, Schneckensaft, giftige Nitrate und Oxyde: Sigmar Polke (1941-2010) galt nicht von ungefähr als „Alchemist der Malerei“. Durch Verwendung und Vermengung ungewöhnlicher (teils sogar hochgefährlicher)Materialien schuf der international gefeierte Maler und Repräsentant der deutschen Gegenwartskunst seine berühmten geheimnisvollen Bildgründe, auf die er figürlich-ornamentale bis abstrakte Linien- und Formengebilde zauberte.

Polke gewinnt seine Linien auf recht unterschiedliche Art: durch Klebebänder, durch Bildvorlagen, durch Farbverläufe oder durch Übernahme herrlicher Arabesken Dürers oder Altdorfers. Die belebten Malgründe entstehen durch die Wahl des Materials (Stoffe, Folien, Raster) und durch ‚zauberhafte‘ chemische Prozesse der Vermengung unterschiedlicher Chemikalien, Lacke, Pflanzensäfte etc. Gegensätze wie ‚gewollt‘ und eher ‚zufällig‘ durchdringen und überlagern sich dabei ständig, wobei nie eindeutig entschieden ist, woher die bestimmende Kraft rührt. So stehen die Stoffbilder und Lackbilder den linearen Darstellungen bis hin zu den Schönheitslinien der ‚Schleifenbilder‘ sich umarmend gegenüber.

Das reich bebilderte Buch „Sigmar Polke: Alchemie und Arabeske“ enthält neben Texten des Kurators Helmut Friedel und Barbara Vinken sowie einem Gespräch, das Bice Curiger 1984 mit dem Künstler führte, etwa 100 bisher unveröffentlichte Werke aus dem Nachlass des Künstlers.

Eine der schönsten und reichsten Polke-Monographien: eine gültige und multimediale Werkübersicht der komplexen Kunst Polkes von berührender Schönheit.