Martin H. M. Schreiber – Last of a Breed

Portraits of Working Cowboys. Richard Reisen (Hrsg.). Dortmund. Kettler 2015. Beiträge von Louis L'Amour. Englisch. 108 Seiten, mit zahlr. Abb. 30 x 24 cm. 816 g. Fester Einband. 9783862065301. art-13692
statt 38,00€ 15,00
Das Bild des Cowboys, unsere subjektive Vorstellung, speist sich aus vielen Quellen: da ist Hollywood mit seinen unzähligen Filmen, da ist die amerikanische Country-Musik in all ihren Facetten, da sind die berühmten Werbekampagnen der Zigarettenmarke Marlboro und da ist – natürlich – "Brokeback Mountain".

Was all diese Bilder gemeinsam haben, ist wohl dies: sie sind meist Fiktion, zumindest aber der Realität entrückt. Auch Martin H. M. Schreiber erhebt nicht den Anspruch, mit seinen Fotografien die Realität abzubilden. Auch bei ihm mischen sich romantisch verklärte Bilder einer unberührten Landschaft mit den Widrigkeiten harter Arbeit, der „Geruch“ von Testosteron mit einer schwülen Homoerotik. Und doch sind seine Aufnahmen ehrlicher, vielleicht näher an der Realität als viele andere.

Dabei ist anzumerken, dass Schreibers Fotos vor mehr als 30 Jahren entstanden, fernab jeglicher Diskussion um männliche Rollenbilder. Gerade das macht ihren Reiz aus. Über ein Jahr lang zog Schreiber mit seiner Kamera durch die Weiten Texas, besuchte Rinderfarmen, Rodeo-Veranstaltungen, porträtierte Cowboys bei der Arbeit, in ihrer Freizeit, auf dem Sattel und der Couch. Mit vielen freundete er sich persönlich an.

Schreiber veröffentlichte eine Auswahl seiner Aufnahmen bereits 1982 in einem Buch. Viele der Motive sind selbst zu Ikonen geworden und haben unser Cowboy-Bild geprägt. "Last of a Breed" erscheint nun in einer vollständig überarbeiteten Neuauflage, die um zahlreiche, bisher unveröffentlichte Aufnahmen erweitert wurde.