Motoki – White Fang

2. Preis Dummy Award 2015, Kassel Fotobuchfestival. Kettler 2016. Englisch. 48 Seiten, 25 Abb. 24 x 32,9 cm. 376 g. Broschur. 9783862065844. art-14252
statt 28,00€ 8,00
Hundekämpfe sind eine umstrittene und illegale Form von Glücksspiel. Dass das Geschäft mit den zu Kampfmaschinen abgerichteten Haustieren in den meisten Ländern inzwischen verboten ist, ändert nichts daran, dass vielerorts bis heute Wettkämpfe abgehalten werden. Inui Ai oder Dog Meeting nennt man in Japan diese seltsame Begegnung. 2014 ist die Fotografin Kumiko Motoki nach Aomori, in den Norden ihres Landes gefahren, wo 1950 der erste Hundekampf nach dem Zweiten Weltkrieg ausgetragen wurde.

Ausgerechnet in diesem winterlich verschneiten Nirgendwo war die bizarre Tradition Jahre später wieder aufgenommen worden. Motoki gelingt es, in der künstlerischen Umsetzung eine dem Ereignis und dem Ort angemessene Form der Darstellung zu finden. Farbaufnahmen porträtieren Hunde und ihre Besitzer und zeigen die Vorbereitungen unmittelbar vor dem Kampf.

Im Gegensatz dazu fotografiert sie in Schwarz-Weiß, unscharf und in herangezoomten Ausschnitten, das brutale Gerangel der Tiere. Ein Einleger in der Mitte des Buches stellt die Geschichte des Hundekampfes in Japan vor. Der Titel White Fang, Wolfsblut, erinnert an einen Roman von Jack London. So wie der Hundekampf das Verhältnis von Mensch und Tier auf den Kopf stellt, so erzählt auch der Schriftsteller in seiner Geschichte von einer Metamorphose: ein wilder Hund verwandelt sich in ein zivilisiertes und an den Menschen und dessen Gesellschaft gewöhntes Wesen. Bleibt die Frage nach dem Rollenverständnis. Und da lassen auch die Bilder von Kumiko Motoki offen, wer eigentlich den wilden und wer den domestizierten Part in diesem bizarren Miteinander übernimmt.