Carl Strüwe – Reisen in unbekannte Welten

Jutta Hülsewig-Johnen, Gottfried Jäger, Thomas Thiel. Ausst'publikation. Kunsthalle Bielefeld. Hirmer 2012. Beiträge von Jutta Hülsewig-Johnen, Gottfried Jäger, Thomas Thiel. Deutsch. 240 Seiten, mit zahlr. Abb. 24 x 28 cm. 1,5 kg. Fester Einband. 9783777460512. art-14306
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Carl Strüwe gehört zu den wichtigen Protagonisten der deutschen Fotokunst des 20. Jahrhunderts. Mit seinen zwischen 1926 und 1959 entstandenen Arbeiten Formen des Mikrokosmos betrat er entschieden fotografisches Neuland und weckte international die Aufmerksamkeit der Foto-Avantgarde.

Das Werk des Bielefelder Fotografen Carl Strüwe ist in seiner Komplexität ein bis heute ungehobener Schatz. Nach einer Ausbildung als Lithograf und Grafiker verschrieb er sich ab Mitte der 1920er-Jahre als Autodidakt dem damals neuen Medium der Fotografie. Mit seinen frühen, bis in die 1950er-Jahre fortgeführten Landschafts- und Reiseaufnahmen auf den Spuren der Hohenstaufen in Italien setzte er – noch vor Albert Renger-Patzsch – Maßstäbe in der fotografischen Historiografie. Sein innovatives Hauptwerk schuf Strüwe mit seinen gut 250 Fotografien der Formen des Mikrokosmos, mit denen er zum Vorreiter und überragenden Stilisten der künstlerischen Mikrofotografie wurde.
Gleich zu Beginn verweisen Bildtitel wie Weiß über Grau schwebend oder Urbild der Abwehr auf den künstlerischen Anspruch und den Impetus einer subjektiven, symbolischen Interpretation der für das bloße Auge unsichtbaren Naturformen. Wenngleich Carl Strüwes Schaffen jüngst national und international wieder verstärkt Beachtung fand, stand eine umfassende Würdigung seines Gesamtwerks bislang aus, eine Lücke, die nun geschlossen wird. Das Katalogbuch bietet einführende Texte zu Zeichnung, Malerei und Fotografie sowie zur zeitgenössischen fotografischen Rezeption. Mit mehr als 200 Abbildungen aus allen Schaffensphasen liegt nun der erste repräsentative Bildband zu Carl Strüwes Gesamtwerk vor.